Bücher aus 2011
45. Hermann Hesse: Demian
„Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.“ Damit ist das Programm Hesses umrissen. Es geht um die Selbstfindung und Selbstwerdung eines jungen Menschen, der jenseits der konventionellen Moralvorstellungen seinen Platz in der Welt sucht. Ein wunderbares Buch des Erwachsenwerdens.
Empfehlung: Muss man lesen
44. Max Frisch: Andorra
Die Geschichte des Andri, der als vermeintlicher Jude aus der Gemeinschaft der Andorraner ausgeschlossen wird. Wie führen Stigmatisierungen zu Bewusstseinsänderungen, wie führen Aggression und Feigheit in die Katastrophe, wie vertuscht man Schuld und macht die Opfer am Besten noch zu Tätern, wie verführbar ist der Mensch. Eines der besten und erschreckendsten Bühnenstücke.
Empfehlung: Muss man lesen
43. Isabel Allende: Ein diskretes Wunder
Neun Geschichten der Autorin mit dem leichten, fließenden Erzählstil. Besonders „Die Liebenden im Guggenheimmuseum“ ist wunderschön, erotisch knisternd und mit liebevoller Leidenschaft. Wie trafen sie sich, wie lernten sie sich in so kurzer Zeit kennen, und vor Allem: wie gelangten sie in das gesicherte Museum.
Empfehlung: Muss man lesen
42. Washington Irving: Sleepy Hollow
Fünf phantastische Geschichten; die bekanntest mit Sicherheit diejenige mit dem Reiter ohne Kopf, welcher ein Dorf in Schrecken versetzt. Spannende, kurzweilige und aussagestarke Geschichten in einer sehr schönen Sprache.
Empfehlung: Sollte man lesen
41. E.L. Doctorow: Sweet Land Stories
Fünf Geschichten über das Gegenteil des Amerikanischen Traums; über die Ankunft in der meist tristen, neiddurchsetzten, ausbeuterischen Realität. Dies fünf Geschichten in Doctorows wunderbaren Erzählstil. Da werden Babys gekidnappt, Sekten gegründet, die Liebe des Lebens gesucht und nicht gefunden; fünf Geschichten – klar und ernüchternd.
Empfehlung: Muss man lesen
40. Mia Couto: Unter dem Frangipanibaum
Inspektor Naita versucht den Tod eines Mannes in einem Altersheim in Mocambique aufzuklären und gerät an zahlreiche auskunftsfreudige potentielle Mörder, die auch alle die Tat zugeben und ihre Schuld gestehen. Eine schöne Geschichte aus Afrika. Leider gibt es noch zu wenig Aufmerksamkeit für afrikanische Erzählungen und Erzähler.
Empfehlung: Sollte man lesen
39. David Safier: Mieses Karma
Eine junge schöne Moderatorin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stirbt und kommt auf Ameise zurück auf die Welt. Nun muss sie erkenne, dass ihr bisheriger Lebenswandel nicht dazu angetan war, erstens die wahren Werte zu erkennen und zweitens die Chance auf eine „anständige Wiedergeburt“ zu erlangen. Nun kämpft sie sich die Reinkarnationsleiter von Leben zu Leben zurück in ihre Familie. Locker und gefällig zu lesen.
Empfehlung: Kann man lesen
38. Haruki Murakami: Schlaf
Eine Frau kann nachts nicht mehr schlafen und beginnt so ein zweites Leben, zunächst nur in von ihr gelesenen Romanen, dann traut sie sich in die Realität zurück, die zunehmender gefährlich wird. Ein kurzes bebildertes Buch von Murakami. Der Autor ist an sich sehr lesenswert, z.B. „Gefährliche Geliebte“.
Empfehlung: Kann man lesen
37. Jan Echenoz: Laufen
Für Läufer natürlich ein Muss. Erzählt wird die Geschichte von Emil Zatopek, immer vor dem Hintergrund der CSSR und der politischen Verhältnisse hinter dem eisernen Vorhang. Sportliche Mühen und Erfolge und der Widerhall dieser Leistung in der Welt des real existierenden Sozialismus. Ein Buch darüber, wo der Start zu einem 5000 Meter Lauf noch eine Sache der nationalen Sicherheit und des Klassenbewusstseins war.
Empfehlung: Sollte man lesen
36. Ulrich Plenzendorf: Die neuen Leiden des jungen W.
Die erste große Liebe eines Mannes in jungen Jahren zu einer, realistisch betrachtet, nicht zu erreichenden Frau, geträumt von einem Ostberliner in einer Gartenlaube, die zu seinem Todesort wird. Hat er sich wie sein Vorbild aus Goethes Werther ob der Zukunftslosigkeit seiner Liebesbeziehung selbst getötet? Eine moderne Erzählung über die Nähe von Liebe und Tod und Jugend.
Empfehlung: Sollte man lesen
