Internationales Tanzzentrum Pina Bausch in Wuppertal – Vorstellung des Konzeptes lockt Scharen von Wuppertalern ins Opernhaus

Die Wuppertaler strömten vergangenen Donnerstag ins Opernhaus, um der ersten breitenwirksamen öffentlichen Präsentation des Konzeptes „Internationales Tanzzentrum Pina Bausch Wuppertal“ durch den Förder- und Freundesverein „Initiative Internationales Tanzzentrum Pina Bausch Wuppertal“ beizuwohnen. Zuschauerinnen und Zuschauer füllten das gesamte Kronleuchterfoyer bis hinauf in die zweite Etage und folgten gebannt den Vorträgen der verschiedenen Referenten. „Das erhebliche Publikumsinteresse mit Gästen unterschiedlichsten Alters aus vielfältigen gesellschaftlichen Zusammenhängen zeigt, dass die Idee innerhalb und außerhalb der Grenzen Wuppertals nicht nur zu faszinieren vermag, sondern auch in der Kombination von Funktion, Ort und Zeit in ihrer Sinnhaftigkeit überzeugt. Die Menschen waren und sind weiterhin regelrecht darauf gespannt, welche Möglichkeiten ein solches Kultur- und Begegnungszentrum, verbunden mit der Produktion von Tanztheater auf höchstem Niveau, im Herzen der Stadt praktisch eröffnen kann“, skizziert Andreas Bialas, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vereinsvorsitzender, die besondere Atmosphäre des Abends. Bialas führte als Moderator durch das etwa zweistündige Programm, eröffnet von einem Eingangsstatement des Vereinsvorsitzenden und ehemaligen Kulturdezernenten Heinz-Theodor Jüchter.

Stefan Hilterhaus, Geschäftsführer von pact ZOLLVEREIN, präsentierte als derjenige, der für den Entwurf der Machbarkeitsstudie verantwortlich zeichnet, die Gesamtkonzeption.
Dirk Hesse, Geschäftsführer des Tanztheaters, und Salomon Bausch, Vorstandsvorsitzender der Pina Bausch Foundation, skizzierten die Entwicklung der Tanzcompagnie bzw. die Arbeit der Pina-Bausch-Stiftung. Dr. Hans-Uwe Flunkert, Betriebsleiter des Gebäudemanagements, stellte die baulichen Dimensionen eines solchen Zentrums vor und entführte die Versammelten in die Raumwelten eines Gebäudekomplexes, der die einmalige Qualität des Graubner-Baus mit „evolutionären“ Erweiterungsbauten verknüpft. Abschließend schilderte Stadtkämmerer Dr. Johannes Slawig die Perspektiven des kulturellen Großprojektes und verdeutlichte in einem vehementen Plädoyer für die Realisierung des Tanzzentrums zusammen mit Andreas Bialas die außerordentliche urbane wie nationale Qualität des Gesamtkonzeptes.

Das Musik-Duo NOTIOS ANEMOS, 1997 Griechenlands Repräsentanten beim Grand Prix Eurovision de la Chanson und inzwischen in Wuppertal ansässig, zwang mit seinem hinreißenden Vortrag südeuropäischer Chansons im Rahmenprogramm das Publikum zu Beifallsstürmen.

In seiner Präsentation betonte Stefan Hilterhaus die multifunktionale Ausrichtung des Tanzzentrums, fußend auf vier Säulen:

  • Produktionszentrum
  • Bürger-Forum und Wupperbogen
  • Tanztheater-Zentrum
  • Pina Bausch Foundation und Archiv

Damit soll Kontinuität in der dauerhaften Sicherung des lebendigen Erbes des Bausch’schen Repertoires mit Uraufführungen, Wiederaufnahmen und der Entwicklung neuer Choreographien an einer europaweit einzigartigen Produktionsstätte verknüpft werde – unter Einbezug verschiedener Kunst- und Medienformen und in unmittelbarer Nachbarschaft eines ausdrücklich offenen, partizipationsorientierten Pina-Bausch-Archivs.

Das Bürger-Forum steht für die räumlich und thematische Öffnung des Gebäudes wie des Zentrums insgesamt hin zur städtischen Gesellschaft und fungiert als permanente Schnittstelle zwischen Kunst und sozialer Umgebung. Leitender Gedanke ist dabei, eine bisher nicht gekannt Form der Öffentlichkeit für herausfordernde Kunst inmitten der Stadtgesellschaft zu organisieren.

Alle Referenten machten unter verschiedenen Aspekten deutlich, dass die Geschichte der Institution „Tanzzentrum“ und der Entwicklung des Hauses jetzt schon beginne und gerade nicht erst mit der Eröffnung des Gebäudes.

Theo Jüchter und Andreas Bialas verliehen dem großen Potential, das in der bürgerschaftlichen Unterstützung des Vorhabens angelegt ist, Ausdruck und betonten die Wichtigkeit der gesellschaftlichen Rückendeckung für die Realisierung des Konzeptes. Zudem seien die Beteiligung und das Engagement der Wuppertalerinnen und Wuppertaler ein Leitmotiv im Vorfeld wie auch im Betrieb eines solchen Hauses.

Bialas kündigte weitere Veranstaltung mit externen Gästen an und erinnerte abschließend an die Chance, in Form von Gesprächsrunden beispielsweise die Ausgestaltung des angedachten Bürger-Forums intensiv zu beleuchten.