Ein Projekt der Gemeinschaft und der Gemeinsamkeiten

Andreas Bialas spricht bei der Präsentation studentischer Entwürfe für den muslimischen Friedhof

Anlässlich der Vorstellung von 12 landschaftsarchitektonischen Entwürfen eines Universitätsseminars der Bergischen Universität für den zukünftigen muslimischen Friedhof Krummacherstraße würdigte der Landtagsabgeordnete Andreas Bialas als einer der Grußredner das deutschlandweite Modellprojekt.
In Anwesenheit der Superintendentin Ilka Federschmidt, des Oberbürgermeisters Andreas Mucke, des Vorsitzenden des Trägervereins Mustafa Temizer und Mohamed Abodahab sowie des Integrationsratsvorsitzenden Helge Lindh stellte Bialas die Fragen der Gemeinschaft, der Nachbarschaft und des Dialogs ins Zentrum seines Impulses.
„Gemeinschaft steht in diesen Zeiten nicht mehr auf der Tagesordnung“, so Bialas. Trennendes stehe überall im Zentrum der öffentlichen Diskurse. Umso wichtiger sei ein derartiges Projekt im Zeichen von interreligiöser Gemeinschaft und unter Betonung der Gemeinsamkeiten von Gläubigen der drei monotheistischen Weltreligionen, die künftig direkt nebeneinander auf diesem Areal eine Ruhestätte fänden.
Der Abgeordnete erinnerte an die enorme Symbolik dieses Vorhabens, zugleich aber auch an die Frage der Nachbarschaft im konkreten Sinne, der Nachbarschaft der Toten verschiedener Religionen wie der Nachbarschaft der Anwohnerschaft. Unterschiedliche Interessenlagen stießen dabei aufeinander: die Bedürfnisse der Trauernden einerseits, die Bedürfnisse und Gewohnheiten der direkt anliegenden Nachbarn andererseits, die bisher nicht in unmittelbarer Nachbarschaft eines Gräberfeldes wohnten.
Daher gelte es, den eingeschlagenen Weg eines Interessenausgleiches, einer intensiven Beteiligung und des dauerhaften Dialogs fortzuschreiben.
Andreas Bialas verband dieses mit dem Appell an die politischen und zivilgesellschaftlichen Akteure Wuppertals. Die Stadtgesellschaft stehe vor der Aufgabe, verpflichtend zu helfen und zu unterstützen, so dass der Friedhof in möglichst hoher architektonischer Qualität und im Geist der Nachbarschaft realisiert werden können.
Die Arbeit des rein ehrenamtlich wirkenden Trägervereins verdiene großes Lob. Die Einbindung der Universität und das gewählte beteiligungsorientierte Verfahren seien vorbildlich.
Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten zwölf studentische Teams mit großer Mühe und Detailarbeit entwickelte Projektskizzen, die auf ganz unterschiedliche Weise die Topographie des Geländes, den Leitgedanken und die Verknüpfung von Friedhof und Gartenlandschaft umzusetzen versuchen.
Eine Kommission wird die Entwürfe umfassend begutachten und auf Grundlage der überzeugendsten Konzepte und Ideen die nächste Professionalisierungsphase in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro einleiten.