Das gemeinsame Ethos von Judentum und Islam – Vortrag und Diskussion in der Moschee am Diek

„Wir praktizieren in Wuppertal in besonderer Weise den lebendigen Gedanken der Toleranz und der Gemeinschaft. Das lassen wir uns von keiner falschen Publicity und inszenierten Aufmerksamkeit von Extremisten nehmen, die den Blick trübt, was uns Wuppertaler ausmacht“, so resümierte Andreas Bialas den Grundkonsens einer Veranstaltung, die sich bewusst mit den wechselseitigen Spuren der Religionen ineinander, den Fragen des einenden Ethos und den gegenwärtigen Herausforderungen befasste.
Unter dem Titel „Gemeinsames Kernethos von Judentum und Islam. Adam und der Universalismus in Thora und Qur’an“ referierte am vergangenen Wochenende der Islamwissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza im voll besetzten Vortragssaal der Moschee Assalam am Diek. Murtaza ist Mitarbeiter der von Hans Küng gegründeten Stiftung Weltethos. Der Wuppertaler Landtagsabgeordnete Andreas Bialas war einer der Teilnehmer einer anschließenden Gesprächsrunde zu Fragen des interreligiösen Dialogs in Wuppertal. Das Podium widmete sich differenziert und nuanciert den Ereignissen der letzten Monate in Wuppertal, der kulturell-religiösen Vielfalt in der Stadt sowie dem Einfluss der globalen Krisen auf das Verhältnis der großen monotheistischen Glaubensgemeinschaften Judentum, Islam und Christentum. Ruth Yael Tutzinger von der Jüdischen Kultusgemeinde, Michael Grütering, katholischer Pfarrer und ehemaliger Elberfelder Dechant, Pfarrer Karl-Udo Dittmar, Beauftragter für den christlich-islamischen Dialog im Evangelischen Kirchenkreis Wuppertal, Muhammad Sameer Murtaza und Mohamed Abodahab vom Verein des Islam und Frieden als Gastgeber trugen als weitere Teilnehmer zu dem Gedankenaustausch, moderiert von Helge Lindh, bei.

Murtaza verband seine theologisch fundierte Ergründung des gemeinsamen Verantwortungsethos mit der Anregung, den nächsten muslimischen Feiertag in Form einer gemeinsamen jüdisch-islamischen Tischgemeinschaft zu begehen, um die Ebene des Gesprächs mittels einer weiteren Ebene unmittelbarer Begegnung zu erweitern und das Moment des konkreten Teilens über Glaubensgrenzen hinweg zu erleben.