Bei Rückkehr zu G9 trägt Landesregierung Streit in die Schulen

Die Gymnasien in NRW wurden 2005 durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung auf G8 umgestellt. Die SPD hatte seinerzeit dagegen gestimmt, da es ihr als unausgereiftes Konzept erschien. Die neue CDU/FDP-Landesregierung hat ihren Fehler erkannt und nun mit einem ins Parlament eingebrachten Gesetzentwurf die Rückkehr zu G9 eingeleitet.

Aber es fehlt noch einiges: das Land überlässt die Entscheidung nach der Länge des gymnasialen Bildungsganges den Schulen, einen Streit, den die Landesregierung selber nicht austragen wollte. Nach den Herbstferien entscheidet die Schulkonferenz über den Übergang in G9 oder den Verbleib in G8. Eltern entscheiden in dem Fall nicht für ihre Kinder, sondern für eine nachfolgende Schülergeneration.

BellBialasNeumann in einem gemeinsamen Statement: „Die SPD-Fraktion setzt sich für eine grundsätzliche Rückkehr zu G9 und für individuelle Bildungswege an jedem Gymnasium in NRW ein. Die Oberstufe muss aus Sicht der SPD so reformiert werden, dass der Regelfall das Abitur nach neun Jahren ist, die Absolvierung nach acht Jahren schulrechtlich aber möglich bleibt. Keine Aussagen macht der Entwurf über die notwendigen Zahlungen an die Kommunen. Denn sie müssen neue Klassenräume, neue Mensen, ja sogar neue Gymnasien bauen. Schulministerin Gebauer bleibt auch die Antwort auf die Frage schuldig, wie viele neue Lehrerinnen und Lehrer benötigt werden.

Die Landesregierung nimmt mit ihrer Entscheidung billigend in Kauf, dass der Flickenteppich unserer Schulstruktur im Land noch größer wird. Ministerin Gebauer hat eine große Chance verpasst. Wir werden in den anstehenden Beratungen für unser Konzept und für eine umfassende Oberstufenreform werben. Dazu hat die SPD einen entsprechenden Antrag ins Plenum eingebracht, der hoffentlich im weiteren parlamentarischen Diskussionsprozess des Gesetzesentwurfes Berücksichtigung finden wird.“

SPD-Antrag im Wortlaut